Der Lyrath: Spätere Ergänzungen

Dies sind die Ergänzungen, die der Originalfassung des Lyrath im Laufe der Zeit nach und nach hinzugefügt wurden. Sie umfassen die Gebote und Lehren des Ráth, sowie die „Heilige Ordnung“ der Welt.

Inhalt

Buch 6: Der Ráth

1. Das Zeitalter des Krieges

Die Gefährten des Ráth zogen aus, um Adáins Lehren in die Welt zu tragen und die Völker zu lehren, die verloren waren in der ihnen so fremden, vom Licht erhellten Welt. Die Dunkelheit und deren finstere Ausgeburten waren aus der Welt verschwunden, doch immer noch waren die Ménan selbst vom Schatten verdorben. Denn obschon sie nun im Licht der Götter lebten, verstanden sie es nicht, dieses Licht bis in ihr Herz zu lassen. Ihr Geist war immer noch gefangen in der alten Welt der Dunkelheit und des Krieges, in der sie für so lange Zeit gelebt hatten. Und so kam es, dass sie fortfuhren, Kriege gegeneinander zu führen, denn im strahlenden Licht der Sonnen konnten sie umso deutlicher sehen, wie verschieden sie voneinander waren. Das Antlitz des Anderen jagte ihnen Angst und Schrecken ein und sie wagten es nicht, sich einander anzunähern und Frieden zu schließen. Ihre Angst und ihr Zorn aber verlockten die Daémaran und die dunklen Schatten, sich einmal mehr in ihrem Herzen einzunisten und dort, geschützt von dem strahlenden Licht der Sonnen und der Monde, unentdeckt zu leben und sich von den dunklen Gefühlen zu nähren.
Die Gefährten erschraken, als sie sahen, dass die Ménan trotz allem in ihrer eigenen Dunkelheit gefangen blieben und es ihnen nicht gelang, sich von ihr zu befreien. Die Gefährten versuchten, sie Adáins Weg zu lehren, doch waren bloß die Armen und Kranken bereit, ihnen zu lauschen. Die Herrscher der Länder und Städte aber waren unverändert stolz und ergötzten sich an ihrer Macht und ihrem Reichtum. Sie sahen das Verschwinden der immerwährenden Dunkelheit gar als Zeichen, dass sie sich auf dem rechten Weg befanden. Sie dachten, es sei ihr eigener Verdienst, da sie die richtigen Feinde erschlagen hätten und mit ihnen das Böse aus der Welt verschwunden sei.
Manche predigten gar selbst Adáins Lehren und sahen sich dabei als von den Göttern erwählt, doch hatten sie die Lehren verdorben und zu ihrem eigenen Vorteil verdreht. Denn von dem goldenen Schein ihres eitlen Stolzes geblendet, waren sie selbst zu ihren eigenen Götzen geworden. Sie waren unfähig, die Dunkelheit zu erkennen, die in ihren Herzen zu gären begann und sie nach und nach durch ihre eigenen, unstillbaren Begierden hinab, in die Schatten, ins Verderben zog.
So mussten die Gefährten mitansehen, wie das Land erneut von Krieg überzogen wurde und sie erkannten, dass Adáins Bemühen umsonst gewesen war. Denn sie waren nichts als einsame Funken des Lichtes, die alleine einer überwältigenden und scheinbar unbezwingbaren Dunkelheit entgegenstanden.

2. Die Boten der Götter

So kam es, dass die Gefährten sich versammelten, um zu beraten. Gemeinsam blickten sie des Nachts in ihrer Not zu Adáins Licht empor und wandten sich im Gebet an die Götter.
„Hört uns an“, baten sie. „Wir bereisen die Welt und wollen den Sterblichen euer heiliges Licht bringen. Aber sie hören nicht auf uns. Damals, in der Dunkelheit hat das Licht des Kristalles alle Blicke auf sich gezogen. Damals wollten die Ménan diesem Lichte folgen, weil sie sich Hoffnung und Erlösung davon versprachen und weil sie die Ausgeburten der Schatten fürchteten. Jetzt aber erstrahlt das Licht der Sonnen heller als der Kristall in unseren Händen und die Ménan fühlen sich sicher und beschützt. Sie haben keine Angst mehr vor der Dunkelheit und sind blind für die Schatten in ihrem Herzen. Sie sehen nicht, dass sie sich selbst nur ins Verderben stürzen und sie wollen nichts davon hören. Wir aber werden alt und wir finden niemanden, der Adáins Aufgabe an unserer statt fortführen kann. Wenn wir sterben, werden Adáins Lehren mit uns sterben und in Vergessenheit geraten. Darum bitten wir euch, uns zu helfen. Wir wollen euren Willen tun, aber wir haben nicht die Macht, irgendetwas zu bewirken und diesen Sterblichen zu helfen.“
Als sie sich nach dem Gebet zum Schlafen niederlegten, erschien ihnen Adáin im Traum und wies sie an, sich zu erheben und den Splitter des Kristalls, den er ihnen einst geschenkt hatte, hervorzuholen. Sie sollten ihn in die Hände nehmen und zum Himmel emporheben. Die Gefährten taten, wie ihnen befohlen war, und knieten sich im Kreis auf den Boden, um ihre Kristallsplitter den Göttern darzubringen. So verharrten sie im Gebet. Das Licht der Kristalle in ihren Händen verband sich und hüllte sie ein, bis sie alle in seinem Schein geborgen waren. Dann sank das Licht in sie hinein und die Kristalle verschmolzen mit ihrem Körper, um sie mit ihrem Licht und ihrer Macht zu erfüllen. Und die Gefährten wussten, sie waren unsterblich geworden. Die Götter hatten ihre Gebete erhört und ihnen ihre Gnade gewährt, die sie von nun an bis in alle Ewigkeit an diese Welt, mit all ihren sterblichen Völkern binden würde. Führer und Wächter sollten sie sein, die den Sterblichen das Wort und die Gebote der Götter brachten, um die Welt von der Dunkelheit zu heilen und zu schützen. Dies war ihre Aufgabe. Dies war ihr Opfer und ihre Pflicht, die ihnen von nun an auferlegt war.

3. Der Anbruch einer neuen Zeit

Dank der Gnade der Götter schenkten die Sterblichen den Gefährten nun Gehör, denn wohin sie auch kamen, blickten die Ménan zu ihnen auf. Sie versuchten, sie anzubeten, doch wie Adáin sie gelehrt hatte, wiesen die Gefährten die Anbetung der Sterblichen zurück.
„Hört, wir sind gekommen, um euch das Wort der Götter zu bringen und um euch nach ihrem Willen auf den rechten Weg zu führen“, sagten sie. „Die Götter in ihrer unendlichen Gnade haben euch aus dem dunklen Zeitalter befreit, doch die Schatten leben nun in euren Herzen weiter. Immer noch seid ihr ihnen verfallen und ihr könnt nicht erkennen, was ihr tut. Hört auf uns, so wollen wir euch helfen, euch von ihnen zu befreien und wir wollen die Welt gemeinsam in ein Zeitalter des Friedens führen, in dem es allen wohl ergehen soll.“
Und einer nach dem anderen begannen die Sterblichen, ihnen zu folgen. Da das Land groß war, teilten die Gefährten sich auf, um zu den Völkern zurückzukehren, denen sie selbst entstammten. Sie wollten sie den Weg der Götter, sowie ihre Geschichte lehren, die im kurzen Gedächtnis der Sterblichen schnell in Vergessenheit geriet. Einige der Gefährten reisen über die Grenzen von Éor L’lhya, dem ersten Reich, hinaus und so verbreiteten sich Adáins Lehren auf der ganzen Welt. Diese Lehren wurden von den Gefährten, dem Ráth, in den heiligen Geboten zusammengefasst, an die ein jeder Mann und eine jede Frau sich halten sollte.

Buch 7: Die heiligen Gebote

1. Liebe das Leben, töte nicht

Mythaír, die Muttergöttin, schenkt uns das Leben und den Segen der Liebe. Sie lehrt uns die Heiligkeit des Lebens, das uns allen innewohnt und uns dazu auffordert, nicht zu töten, es sei denn, wenn die Not uns dazu zwingt. Nimm die Liebe der Muttergöttin an und liebe dich und deinen Nächsten, so wird dich der Segen der Mutter erfüllen und wie ihr wärmendes Sonnenlicht in deinem Herz erstrahlen.
Hüte dich vor der Selbstsucht, mit der die Schatten dein Herz zu vergiften versuchen. Mit ihrer dunklen Macht versuchen sie, es zu verhärten und zu verbittern und es mit ihren selbstsüchtigen Begierden für die Liebe der Mutter zu verschließen. Lasse dich nicht von ihnen verführen, denn auf diesem dunklen Pfad wird dir allein die Einsamkeit ein treuer Gefährte sein, die sich an deinem Leid ergötzt.

2. Vertraue dem Willen der Götter

Fathaír, der Vatergott, führt unsere Seelen nach dem Tod zum Sternenpfad, in das ewige Licht zurück. Er ruft uns zu einem gerechten, gottgefälligen Leben auf und schenkt uns den Segen des Vertrauens, auf dass es uns nach unserem Tode wohl ergehen wird, wenn wir uns von unseren Schatten reinigen und ihm das Licht unserer Seele in seine gütigen Hände legen. Vertraue also dem Willen der Götter und gehorche ihrem Wort, dann wird es dir im Leben, wie im Tode wohl ergehen.
Nimm dich jedoch in acht vor dem Zweifel und der Furchtsamkeit, die dich vom rechten Pfad abbringen und in die Dunkelheit führen. Zweifel und Furchtsamkeit sind die Mächte der Schatten, die tief in deinem Herzen wohnen.
Wende dich im Gebet an die Götter. Bitte sie, geführt zu werden, so werden sie dich erhören und dich sicher auf den rechten Weg führen. Denn wer dem Weg der Götter folgt, dem soll kein Leid geschehen.

3. Sei gnädig und gerecht

Nór, der Richter, kennt jede unserer Taten und schändlichen Gedanken und wird am Tage unseres Todes über uns zu Gericht sitzen und ein gerechtes Urteil fällen. Er wird jene, die den Göttern dienten, von ihren Schatten läutern und sie von der Dunkelheit befreien, auf dass der Vater sie zurück, ins ewige Licht, führt. Doch werden jene, die im Leben Übles taten und sich an ihren Begierden berauschten, sich vor dem Richter für ihre Taten verantworten müssen. Er allein kennt das Ausmaß der Strafe. Er allein weiß, wie hoch sie sein muss, ehe deine Seele Buße getan hat und geläutert ist, von ihren Schatten. Darum lebe ein Leben nach dem Willen der Götter und lebe gnädig und gerecht, damit auch das Urteil über deine Seele nach deinem Tode gnädig und gerecht sein möge.
Mäßige deinen Zorn, deine unbarmherzigen Gedanken und Begierden, die anderen zum Schaden gereichen. Denn sie sind es, die dich vom rechten Weg abbringen und dich in die Dunkelheit führen. Denn dieser Dunkelheit mit all ihren verdorbenen Schatten musst du nach dem Tode in die Augen sehen, und Buße tun für das, was du getan hast.

4. Sei standhaft und willensstark

Íra, die Schicksalsgöttin, lehrt uns, selbst in der größten Finsternis willensstark an unserem Glauben festzuhalten und auf die Führung der Götter und des Ráth zu vertrauen. Ehre die Götter, die dich führen und wende dich nicht von ihnen ab, dann werden sie sich auch niemals von dir abwenden und dir die Last deines Schicksals erträglich machen. Halte fest an ihren Geboten, ganz gleich, wie sehr dich die Schatten und ihre finsteren Begierden auch versuchen und dir mit ihren finstren Mächten deine Hoffnung und deinen Glauben zu rauben versuchen.
Widerstehe der Versuchung, träge und faul zu werden und nachzulassen in deinem Bemühen. Bleibe standhaft und willensstark, denn die dunklen Mächte der Schatten lauern immerzu am Rande deines Herzens. Ihnen musst du widerstehen und darfst ihnen keinen Einlass gewähren.

5. Mäßige dich

Érin, die Göttin der Erde, beschenkt uns reich mit ihren Gaben und lehrt uns, diese dankbar anzunehmen. Sie fordert uns auf, großzügig zu sein, wie sie es ist. Wache über deinen Besitz, aber hüte dich vor deiner Habgier und deinem Neid. Stiel nicht das Hab und Gut eines anderen. Begegne jenen, die Not leiden mit Barmherzigkeit und Mitgefühl.
Lass dich nicht versuchen von deinen habgierigen Wünschen und Begierden, die dich dazu drängen, deinen Besitz zu mehren. Mäßige dich. Denn die Schatten kennen keine Mäßigung. Sie werden dich führen auf eine Jagd, die niemals endet, denn der Hunger, der dich treibt, vermag durch keine Macht und keinen Besitz jemals gestillt zu werden.

6. Lebe aufrichtig und frei von Lüge

Isaéa, die Göttin der Luft, lehrt uns, aufrichtig und frei von Lüge und Verblendung zu leben. Lüge nicht. Betrüge nicht deinen nächsten, oder deinen Mann oder dein Weib, dem du die Treue geschworen hast. Täusche nicht dich selbst und verstecke dich nicht hinter falschen Worten und Taten, die dein wahres Gesicht verbergen. Denn so wie du andere betrügst, betrügst du dich selbst.
Darum lebe aufrichtig, damit die Schatten dich nicht mit ihren Lügen und ihrem falschen Schein verblenden. Denn sie wollen dich dazu verführen, deine Begierden mit List und Lüge zu stillen und dich dabei gar selbst im Recht zu sehen. Sie werden dich glauben lassen, dass du jemand anderer seist als der, den die Götter nach ihrem Willen erschaffen haben. Sie werden dich einem falschen Schein deiner selbst hinterherjagen lassen, der weder gut noch richtig ist.

7. Du sollst vergeben und nicht rachsüchtig sein

Aándo, der Gott des Wassers, lehrt uns, zu vergeben. Denke stets daran, dass auch du nicht frei von Sünde bist. Darum vergib, wie auch dir vergeben werden soll. Strebe nach Gerechtigkeit, aber hüte dich vor blinder Rachsucht, die dich in die Schatten führt.
Denn die Schatten ergötzen sich an der Begierde, die sich in der unstillbaren Rachsucht und ihrem selbstgerechten Zorn verbirgt. Sie ergötzen sich an dem Leid, mit dem der heiße Zorn jene verbrennt, die sich von ihm verzehren lassen. Darum mäßige deinen Zorn und begegne Ungerechtigkeit mit Gerechtigkeit und Rachsucht mit Vergebung, um den Schatten ihre Macht zu nehmen.

8. Sei bescheiden und ehre die Götter, ehre Vater und Mutter

Khéarun, der Gott des Feuers, lehrt uns, stets bescheiden zu bleiben und uns nicht an unserer Macht und unserem falschen Schein zu berauschen. Gedenke jenen, die diese Welt erschaffen und dir das Leben geschenkt haben. Ehre die Götter. Ehre die Alten und Weisen. Ehre Vater und Mutter und erinnere dich stets daran, dass auch du bloß eines ihrer Kinder bist.
Lass dich nicht verführen von der Eitelkeit und dem Stolz, den die Schatten in dir wecken. Ganz gleich, welchen Reichtum, welche Macht und welches Ansehen du in deinem Leben erlangst, erinnere dich, dass all dies für die Zeitspanne deines Lebens bloß geliehen ist. All deinen weltlichen Besitz musst du zurückgeben, so wie dein Körper der Erde zurückgegeben wird, die ihn gebar. Darum klammere dich nicht an deinen Stolz und die Belohnungen, die dir deine eigenen Begierden versprechen. Denn wenn du dich nicht von ihnen löst, so werden sie dir im Tode zur Last fallen, wenn du für sie gerichtet werden wirst.

Buch 8: Die heilige Ordnung

1. Die vier Reiche von L’lhya na Ríntha

Der Ráth teilte das Land von L’lhya na Ríntha in vier Reiche:
Éor L’lhya, Eorya genannt, ist das erste Reich des Ráth und das erste, das im Licht der Götter erstrahlte.
La’áranan éa chióri, Áraenor genannt, sind die einstmals wilden Lande, weit im Osten.
L’arán na syrlóhin, Rányr genannt, ist das Land des leuchtenden Eises, hoch im Norden.
L’arán na thaenáthciárin, Thaéciar genannt, ist das Land des brennenden Sandes, tief im Süden.
L’katár na Kíryna, so heißt der Berg der Seelen, der das Land trennt und sich hoch in den Himmel erhebt. Dort wacht auf ewig Malore Lei, Adáins Tempel, der Sitz des Ráth, das Herz der Welt.
Sie bilden gemeinsam das Reich, das vom Lichte der Götter und der Führung des Ráth behütet wird.

2. Die Hüter und Herrscher der Welt

Der Ráth erwählte vier Tháinan, sterbliche Herrscher, die nach dem Willen der Götter die vier Reiche führen und behüten sollten. Könige sollten sie sein, doch dank den Geboten des Ráth und dessen Führung sicher behütet vor dem Zyklus des Goldenen Zeitalters, das sie verderben und in die Schatten führen würde. Denn jedem sterblichen Tháin wurde einer der unsterblichen Boten des Ráth als Bewahrer und Berater zur Seite gestellt. Gemeinsam wahren sie das Gleichgewicht, zwischen Himmel und Erde, ewig und sterblich. Der Tháin als weltlicher Herrscher des Volkes und der Bewahrer als jener, der den Willen und den Weg der Götter kennt. Der Tháin und Bewahrer bilden die Säulen des Reiches und sorgen für Frieden und Gerechtigkeit, und dafür, dass es den ihnen anvertrauten Völkern wohl ergehe.

3. Die heilige Ordnung

In der heiligen Ordnung des Ráth erhält ein jeder seinen rechtmäßigen Platz. Jedem wird nach den Geboten des Ráth und dem Willen der Götter Recht geschehen und wer in ihrem Lichte empfangen wird, dessen Seele soll nach dem Tode von den Schatten geläutert werden.
Kinder sollen an ihrem Namenstag vom schützenden Licht des Ráth und der Götter gesegnet, und in der Gemeinschaft willkommen geheißen werden. Von dem Moment an ist ihnen die Erlösung nach dem Tode gewiss und allein das Urteil Nórs bestimmt das Ausmaß der Strafe, die nötig ist, um die Seele von ihren Schatten zu läutern.
Darum sollen die Kinder nach den Geboten des Ráth und zur Ráthstreue erzogen werden, damit sie nicht den rechten Weg verlieren und sich nicht verführen lassen von den Schatten und den Mächten der Dunkelheit.
Erreicht ein Kind das achte Lebensáhr, so soll es sich aus freiem Willen zum Ráth bekennen und zum Zeichen seines Bekenntnisses das Naerath, das Symbol des Ráth, erhalten. Dem Kind wird an diesem Tage offenbart werden, welchen Weg die Götter ihm bestimmt haben und ob es von ihnen dazu berufen ist, ihnen sein Leben in Studium und Gebet zu widmen.

Du sollst dem Weg folgen, der dir an diesem Tage offenbart wurde, und deinen Platz in der Heiligen Ordnung einnehmen.
Den Geboten des Ráth sollst du gehorchen, denn sie weisen dir den rechten Weg.
Deinem Tháin sollst du gehorchen, denn er wurde vom Ráth erwählt, um das Land und seine Völker zu führen.
Die Gesetze des Tháin und die Führung des Bewahrers behüten das Reich und erhalten die heilige Ordnung, die uns von den Schatten und den Mächten der Dunkelheit beschützt.
Der Ráth wacht über das Licht, mit dem die Götter in ihrer Gnade die Schatten vertrieben.
Die unsterblichen Boten des Ráth hüten die göttlichen Gebote und die heilige Ordnung der Welt. Sie sind Wächter und Bewahrer, auf ewig mit der Welt und all ihren sterblichen Völkern verbunden.

Gebet an die Götter

Ihr Götter, die ihr über uns wacht und uns mit eurem Licht vor dem Schatten und Mórakhars finsteren Mächten beschützt.
Mytháir, Mutter. Das Licht deiner Sonnen leuchtet über uns und deine Liebe schenkt uns das Leben.
Fatháir, Vater, der du unsere Seelen sicher zum Pfad der Sterne führst. Dein Mondlicht erhellt selbst die tiefste Nacht und erfüllt uns mit Vertrauen.
Érin, dein ist die Erde. Großzügig beschenkst du uns mit deinen Gaben und lehrst uns, sie dankbar anzunehmen.
Aándo, dein ist das Wasser. Deine Vergebung wäscht die Sünde von unserem Haupt und so, wie du vergibst, wollen auch wir unseren Schuldigen vergeben.
Khéarun, dein ist das Feuer, das uns wärmt und uns lehrt, stets bescheiden zu leben.
Isaéa, dein sind der Himmel und die Luft. Stets aufrichtig sollen unsere Worte sein, die wir dank deines Atems sprechen.
Nór, der du uns in Tod und Leben richtest. Möge deine gerechte Gnade unsere Taten leiten und unsere Seele von ihren Schatten befreien.
Íra, Zeitlose. Schenk uns Tapferkeit im Angesicht des Schicksals und die Kraft, dem Weg des Ráth zu folgen, der uns euren Willen offenbart.
Führt uns auf den rechten Weg. Lasset euer Licht leuchten über uns und beschützt uns vor den Schatten und den dunklen Begierden, die sie in unsere Herzen säen.
Euer Wille geschehe, hier und heute. Jetzt und immerdar.
Tanáth.

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